Vereinfachte Erben-Nachbesteuerung

Stellte sich nach einem Todesfall heraus, dass eine verstorbene Person in der Schweiz bei der Steuererklärung falsche Angaben gemacht hatte, mussten deren Erben nicht nur die hinterzogenen Steuern zahlen; sondern auch Strafsteuern. Es brauchte mehrere Verurteilungen in Strassburg, bis die Schweiz diese Praxis umstellte. Nun können Steuerpflichtige, sich beim ersten Mal straflos selbst anzeigen. Eingefordert werden nur die Nachsteuern für maximal zehn Jahre und der Verzugszins. Die Straflosigkeit wird jedoch nur gewährt, wenn - nebst anderen Voraussetzungen - die Steuerbehörden vorher noch keine Kenntnis von der Hinterziehung hatten. Nach der Einführung des automatischen Informationsaustausches (AIA) hat die ESTV zu dieser Voraussetzung eine präzisierende Auslegung publiziert. Legen Erben von unversteuerten Einkünften und Vermögen die Steuerhinterziehung des Erblassers sofort offen, könnten sie in den Genuss einer vereinfachten Nachbesteuerung kommen (s. Mitteilung ESTV März 2019)